Der mobile Friseur – Begegnung mit einem besonderen Lebenskonzept
Es gibt diese Momente auf Reisen, die einen innehalten lassen. Momente, in denen man spürt, wie vielfältig und individuell Lebenswege sein können. Einer dieser Momente begegnete mir in Águilas.
Dort traf ich Zirak – ursprünglich aus dem Irak. Was ihn so besonders macht, ist nicht nur seine offene und freundliche Art, sondern vor allem seine Lebensweise.
Zirak hat seinen Lieferwagen zu einem kleinen Friseursalon umgebaut. Ein Ort, der gleichzeitig Arbeitsplatz und Zuhause ist. Während draußen die spanische Sonne scheint, entstehen drinnen neue Frisuren – und Geschichten.

Er lebt in diesem Van, gemeinsam mit seinem Hund. Alles wirkt durchdacht, funktional und gleichzeitig persönlich. Es ist mehr als nur ein Fahrzeug – es ist ein Ausdruck von Freiheit und Selbstbestimmung.
Für mich war diese Begegnung ein Glücksfall. Endlich wieder ein guter Haarschnitt – aber eben nicht irgendwo, sondern in einer ganz besonderen Atmosphäre. Während er mir die Haare schnitt, kamen wir ins Gespräch. Über das Reisen, über Entscheidungen im Leben und darüber, wie wichtig es ist, seinen eigenen Weg zu finden.
Was mich besonders beeindruckt hat: seine Haltung. Freundlich, ruhig, kompetent – und gleichzeitig auf der Suche nach sich selbst. Keine starre Lebensplanung, sondern ein offener Weg, der sich Schritt für Schritt entwickelt.
Solche Begegnungen inspirieren mich. Sie zeigen, dass es nicht den einen richtigen Weg gibt, sondern viele Möglichkeiten, das eigene Leben zu gestalten.
Ich habe diesen Moment auch genutzt, um ein kleines Video für Instagram aufzunehmen. Nicht, um etwas Besonderes darzustellen – sondern um genau solche Menschen sichtbar zu machen. Menschen, die den Mut haben, anders zu leben.
Für mich war klar: Zirak ist nicht einfach nur ein Friseur. Er ist ein Beispiel dafür, wie man Arbeit, Reisen und Leben miteinander verbinden kann.
Und vielleicht ist genau das die eigentliche Erkenntnis:
Dass Freiheit oft dort beginnt, wo man sich traut, neue Wege zu gehen.

