Es gibt Zeiten im Leben, die lassen sich nicht einfach in ein paar Worte fassen. So viel ist geschehen. Nun spüre ich, dass jetzt ein Moment gekommen ist, innezuhalten und zurückzublicken.
Viele Jahrzehnte war ich unterwegs – als Trainerin, Begleiterin und Impulsgeberin im gesamten DACH-Gebiet. Ich habe Räume eröffnet, Menschen begleitet, Unternehmen von innen kennengelernt. Habe zugehört, gespürt, hinterfragt und ermutigt. Und vor allem: gelernt. Von den Menschen, die mir begegnet sind. Von ihren Geschichten, ihren Bedürfnissen, ihren erfüllten und unerfüllten Träumen.
Zigtausende Kilometer haben mich getragen – im Auto, in der Bahn, im Flugzeug. Ein Leben in Bewegung. Unstet vielleicht – und doch eine große Bereicherung. Einmal bin ich nachts in einem Hotel aufgewacht und konnte nicht mal sagen, in welcher Stadt ich gerade wahr. Das kann passieren, wenn man jede Woche in einer anderen Stadt ist.
Und dann war da auch noch mein eigener, persönlicher Weg. Mit Höhen und Tiefen. Mit Momenten des Zweifelns und des Weitergehens. Und mit der wohl prägendsten Erfahrung meines Lebens: meinem Sohn das Leben zu schenken und ihn alleine großzuziehen. Es war einfach unglaublich, als ich das erste Mal sein Herz habe schlagen sehen. Von da an begleitete er mich bis weit nach der Geburt auch zu meiner Arbeit.
Ich blicke mit großer Dankbarkeit auf diese Zeit zurück. Auf die vielen Begegnungen, auf das Vertrauen, das mir entgegengebracht wurde. Auf all die Menschen, die mich begleitet haben – Teilnehmende, Kundinnen und Kunden, Weggefährten, Freunde und Familie.
Und dann kam eine Zeit, die vieles verändert hat.
Die Corona-Jahre haben mir deutlich gezeigt, wie schnell sich scheinbare Sicherheiten auflösen können. Von heute auf morgen brach etwas weg, das über Jahre gewachsen war. Aufträge wurden abgesagt, Verbindungen lösten sich auf. Obwohl neue Wege möglich gewesen wären, fühlte es sich oft an wie ein abruptes Ende.
Zwei Jahre durchzuhalten, weiterzumachen und die Motivation nicht zu verlieren, war eine große Herausforderung. Und ganz ehrlich: Wirklich erholt habe ich mich davon nicht.
Vielleicht war genau das ein Wendepunkt.
Ich begann, mich neu auszurichten. Mich zu fragen: Was ist mir wirklich wichtig? Was trägt mich – unabhängig von äußeren Umständen?
Ich habe mich reduziert. Habe losgelassen, was nicht mehr stimmig war. Und mir einen Van gekauft.
Unterwegs zu sein – diesmal anders. Freier. Näher bei mir. Mit weniger, aber mit mehr Wesentlichem.
Auf diesen Reisen begegne ich vielen Menschen. Auch vielen, die im Ruhestand sind. Ich erinnere mich an einen Seminarteilnehmer vor vielen Jahren. Er war etwa 40 und sagte, sein Lebensziel sei die Rente. Das war eine Aussage, die mir völlig fremd war. Ich konnte mir zu keiner Zeit vorstellen, in Rente zu gehen. Also nichts sinnvolles oder Sinn stiftendes mehr zu tun.
Heute treffe ich unterschiedliche Menschen im Ruhestand. Manche sind voller Leben, entdecken Neues, sind neugierig. Und andere sitzen den ganzen Tag vor ihrem Camper. Jeder so, wie er es mag.
Ich habe nie auf ein „später“ gewartet. Ich habe mein Leben gelebt – mit allem, was dazugehört. Und es gab einige schwere Zeiten. Nur ich habe nie aufgegeben.
Aufhören ist keine Option. Das bin ich nicht.
Was sich verändert hat, ist die Form. Ich bin heute kaum noch auf Bühnen unterwegs oder in großen Gruppenräumen. Aber ich bin da.
Für Menschen, die sich verändern möchten. Die spüren, dass etwas nicht mehr passt. Die sich neu ausrichten wollen – in ihrem Tempo.
Ruhiger. Persönlicher. Mit Raum für das, was wirklich zählt.
Ich begleite weiterhin – online. Mit dem gleichen Herzblut wie all die Jahre zuvor. Vielleicht sogar klarer als je zuvor.
Denn eines ist für mich deutlich geworden: Es gibt keine Garantien. Die Welt verändert sich – schneller und unvorhersehbarer, als wir es lange kannten.
Gerade deshalb halte ich es für wichtig, sich immer wieder zu fragen: Was ist mir wirklich wichtig?
Wofür möchte ich meine Zeit nutzen? Wo möchte ich mich einbringen – vielleicht auch über mich selbst hinaus?
Für mich ist daraus etwas Neues entstanden. Ein Raum. Ein Freiraum.
Auf frei-raum-unterwegs entstehen Gedankenräume – in Form von Blogartikeln über das, was mich und vielleicht auch dich bewegt, nährt und unterwegs begegnet. Über das Leben. Über Genuss. Über das Unterwegssein in fremde Länder und zu uns selbst.
Und ich begleite weiterhin Menschen auf ihrem Weg.
Mit Dankbarkeit für das, was war. Und mit Offenheit für das, was kommt.
Anders als früher. Und doch ganz ich.
Vielleicht werde ich auch noch weitere Bücher schreiben.





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